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Wie tritt man in den Ihram ein?

Bedingungen des Ihram, zulässige und verbotene Handlungen

Zulässige Handlungen
Zulässige Handlungen im Ihram-Zustand sind folgende:

  • Baden oder Duschen, ob aus Notwendigkeit oder nicht, solange keine parfümierten Produkte verwendet werden
  • Sanftes Waschen von Kopf und Körper, auch wenn die Haare ausfallen
  • Wechseln der Ihram-Kleidung (kann so oft wie nötig erfolgen).
  • Verwendung eines Geldgürtels/einer Hüfttasche/einer Kordel, der/die dazu beiträgt, das untere Kleidungsstück des Ihram (ʾIzār) weiter zu befestigen. (für Männer)
  • Verwendung einer Sicherheitsnadel, damit das Oberteil des Ihram (Ridāʾ) nicht herunterfällt oder sich ständig öffnet. (für Männer)
  • Bedecken des Körpers und der Füße mit einer Decke während des Schlafs, wobei das Gesicht und der Kopf frei bleiben sollen. (für Männer)
  • Verwendung eines Regenschirms oder eines anderen Gegenstands als Schattenspender, sofern dieser nicht auf dem Gesicht oder dem Kopf aufliegt.
  • Tragen eines Rucksacks
  • Töten potenziell schädlicher Tiere/Insekten wie Schlangen, Skorpione und Kakerlaken
  • Schlachtung von Tieren wie Rindern, Schafen, Geflügel usw. zur Ernährung (die Jagd ist streng verboten)
  • Injektionen/Impfungen
  • Behandlungen, bei der dem Körper Blut entzogen wird, wie z. B. Schröpfen
  • Chirurgische Eingriffe wie das Ziehen von Zähnen
  • Tragen von Uhren, Schmuck, Identitätsarmbänder etc...
  • Tragen von Hörgeräten, Brillen, Kontaktlinsen, Sonnenbrillen, Zahnspangen, falschen Zähnen
  • Tragen von Socken und Handschuhen (nur für Frauen!, nicht für Männer)
  • Verwendung eines Pflasters oder Verbandes für Schnitte und Verstauchungen
  • Verwendung eines Miswaks oder einer üblichen Zahnbürste (die Verwendung von Zahnpasta ist umstritten, da sie einen starken Duft im Mund erzeugt)
  • Verzehr von duftenden Früchten wie Äpfeln und Orangen
  • Verzehr von Süßigkeiten mit Fruchtgeschmack und Schokolade
  • Verwendung von Tampons / Damenbinden. (für Frauen)
  • Stillen (für Frauen)

Nicht erlaubte Handlungen
Diese Handlungen sind zwar unbeliebt, werden aber nicht geahndet:

  • Reiben des Körpers, um Schmutz zu entfernen
  • Waschen des Körpers mit parfümfreier Seife
  • Kämmen der Haare
  • Kratzen am Körper, so dass die Haare ausfallen
  • Bewusstes Riechen eines Duftes
  • Riechen an duftenden Früchten wie Äpfeln und Orangen (obwohl man sie auch essen kann)
  • Tragen eines Verbandes an irgendeinem Körperteil ohne triftigen Grund
  • Tragen von Kosmetika / Make-up
  • Reinigung der Nase mit einem Tuch
  • Essen von stark duftenden Süßigkeiten
  • Schlafen mit dem Gesicht flach auf dem Kissen
  • Rauchen
Verbotene Handlungen
Es gibt im Allgemeinen zwei Arten von verbotenen Handlungen, während man sich im Ihram-Zustand befindet.


Die erste ist das, was im täglichen Leben im Allgemeinen verboten ist und eine Sünde darstellen würde, z.B. anstößige Sprache, unzüchtiges Verhalten, Kämpfe und Streitereien. Obwohl für ein solches Verhalten keine Strafe gezahlt werden muss, werden dadurch zweifellos einige der Belohnungen und Vorteile der Hadsch oder Umrah verringert.
Allah sagt im Koran:

„Die (Zeit der) Pilgerfahrt (sind) bekannte Monate. Wer in ihnen die (Durchführung der) Pilgerfahrt beschlossen hat, der darf keinen Beischlaf ausüben, keinen Frevel begehen und nicht Streit führen während der Pilgerfahrt. Und was ihr an Gutem tut, Allah weiß es. Und versorgt euch mit Reisevorrat, doch der beste Vorrat ist die Gottesfurcht. Und fürchtet Mich, o die ihr Verstand besitzt!“ (Sure al-Baqara (2), Vers 197)

Die zweite Art von verbotenen Handlungen sind solche, die im Allgemeinen keine Sünde darstellen und außerhalb des Iḥrām-Zustandes erlaubt wären, aber im Iḥram verboten sind.

Die Fidya/ Was ist die Fidya?
Die Fidya ist ein Mittel zum Ausgleich für eine versäumte Handlung oder einen Verstoß gegen ein mit der Hadsch zusammenhängendes Gebot. Sie sollte nicht als Strafe angesehen werden, sondern als ein Mittel zur Wiedergutmachung und zur Erneuerung der Verpflichtung gegenüber der Pilgerfahrt und der Sunna des Propheten ﷺ.

Die Fidya ist obligatorisch bei:

Verstoß gegen eines der Verbote des Iḥrām, z.Bsp. das Auftragen von Parfüm oder das Schneiden der Haare
Versäumnis der Durchführung einer Pflicht-Handlung der Hadsch oder der ʿUmra, wie das Überqueren der Miqat-Grenze ohne in den Zustand des Ihram einzutreten.
der Unantastbarkeit des Haram-Bereichs zuwidergehandelt hat, z.B. durch das Töten eines Tieres innerhalb seiner Grenzen

Sanktionen/ Was muss man tun, wenn man im Ihram-Zustand etwas verbotenes tut?
Es gibt drei Kategorien von Strafen, je nach Art der Übertretung:

Badanah
Dies bezieht sich auf die Darbringung eines großen Opfertieres wie eines Kamels oder einer Kuh (deren Größe normalerweise sieben Teile ausmacht).
Badanah wäre in den folgenden zwei Situationen erforderlich:

Vollziehen des Tawaf in einem Zustand großer rituellen Unreinheit, im Zustand der Menstruation oder dem Wochenbett
Sexuelle Beziehungen zu irgendeinem Zeitpunkt zwischen Stehen auf Arafat (am 9. Dhul Hijjah) und dem Rasieren der Haare/ Tawaf al-Ziyarah (am 10. Dhul Hijjah).

2. Damm (wörtl. Blut)
Damit ist gemeint, dass man ein kleines Opfertier wie ein Schaf oder eine Ziege opfert (oder ein Siebtel eines großen Tieres, wenn man es teilt).
Es gibt eine Reihe von Maßnahmen, die eine solche Sühneleistung erforderlich machen:

  • Übetreten der Miqat-Grenzen, ohne in den Ihram-Zustand eingetreten zu sein
  • Auftragen von Duftstoffen oder Parfüm auf den Körper oder die Kleidung
  • Auftragen von Henna oder Kohl auf den Körper
  • Das Tragen von genähter/geschneiderter Kleidung, die sich der Körperform anpasst, im Falle von Männern, zum Beispiel das Tragen von Unterwäsche, Hemden, Hosen und Jacken
  • Das Tragen von Schuhen, die den Knöchel und den oberen Teil des Fußes (den Bereich der Schnürsenkel) bedecken (für Männer)
  • Bedecken des Kopfes oder des Gesichts
  • Rasieren, Schneiden, Trimmen oder Entfernen von Haaren an irgendeinem Körperteil
  • Schneiden der Nägel der Finger oder der Zehen
  • Küssen, Berühren oder Umarmen einer Person des anderen Geschlechts mit Lust oder Verlangen danach
  • Sexuelle Beziehungen, je nachdem, wann dies geschieht, kann dies auch die Hadsch ungültig machen
  • Jagd auf ein verbotenes Tier
  • Unterlassen einer verpflichtenden Handlung von Hadsch oder Umrah oder das Nichtausführen dieser Handlung in der Weise, wie sie ausgeführt werden sollte
    (Die obige Liste ist nicht endgültig.)

3. Sadaqah
Sadaqa bezeichnet ein Almosen für Bedürftige. Es wird empfohlen, eine solche in Form von unverderblichen Grundnahrungsmitteln wie Mehl, Weizen, Gerste, Datteln oder Rosinen zu entrichten. Je nach Verstoß fällt die Höhe der Sadaqah in drei Kategorien:


Vollständige Sadaqah al-Fitr: Dies entspricht etwa 3 kg Weizen, 6 kg Gerste, 6 kg Datteln oder Rosinen oder dem entsprechenden Geldwert.
Weniger als Sadaqah al-Fitr: Dies kann eine Handvoll Weizen oder ein Äquivalent sein. Zum Beispiel würde das Töten einer Heuschrecke eine Handvoll Weizen als Sadaqah erfordern.
Sadaqah in Höhe des Wertes: Wenn man beispielsweise einem Tier Schaden zufügt oder Bäume innerhalb der Grenzen des Haram-Bereichs fällt, ist eine Sadaqah in Höhe des Wertes des verursachten Schadens zu zahlen. Der fällige Betrag sollte von zwei muslimischen Männern beurteilt werden, die in dem Gebiet ansässig und von aufrechtem Charakter sind.

Es gibt eine Reihe von Handlungen, die die Sadaqah erforderlich machen:

  • Auftragen kleiner Mengen von Duftstoffen auf den Körper / die Kleidung oder Auftragen von Duftstoffen auf kleine Teile des Körpers / der Kleidung
  • Tragen von genähter Kleidung oder verbotenem Schuhwerk für eine kurze Zeit
  • Bedecken eines kleinen Teils des Kopfes oder des Gesichts
  • Rasieren, Schneiden, Trimmen oder Entfernen kleiner Mengen von Haaren am Körper
  • Ein paar Nägel an Händen oder Füßen schneiden
  • Nicht vollständige oder ordnungsgemäße Ausführung der obligatorischen Handlungen von Hajj oder Umrah, wenn zum Beispiel eine Runde Sa'i ausgelassen wird oder Sa'i ohne triftigen Grund mit einem Rollstuhl durchgeführt wird, muss Sadaqah gezahlt werden.
  • Schaden eines Tieres
  • Töten von Läusen oder Heuschrecken
  • Das Schneiden von Bäumen oder Gras innerhalb der Grenzen des Haram-Bereichs.
    (Die obige Liste ist nicht endgültig.)

Gültige Entschuldigungen
Eine Person, die sich im Ihram befindet, kann aufgrund einer gültigen Entschuldigung gezwungen sein, eine Handlung zu begehen, die eine bestimmte Sühneleistung erforderlich macht. Gültige Entschuldigungen sind unter anderem, aber nicht ausschließlich, Krankheiten oder extreme Umweltbedingungen. Generell gilt alles, was eine echte Härte für den Muhrim darstellt, als Entschuldigung. Wenn der Muhrim aus einem triftigen Grund ein genähtes Kleidungsstück trägt, eine duftende Substanz verwendet, die Haare schneidet oder trimmt, die Nägel schneidet oder den Kopf oder das Gesicht bedeckt, hat der Betroffene drei Wahlmöglichkeiten:

  • Opfern eines kleines Tieres (Damm)
  • Fasten für drei Tage, zu einem geeigneten Zeitpunkt und an einem geeigneten Ort
  • die Abgabe von Sadaqah al-Fitr an sechs Bedürftige
  • Die Begehung einer Handlung aufgrund von Irrtum, Vergesslichkeit, Unbewusstheit oder Armut gilt nicht als Entschuldigung.

Fidyah Regeln und Vorschriften
Diese sind wie folgt:
  • Fidyah darf nicht absichtlich verwendet werden, um einen obligatorischen Ritus der Hadsch zu ersetzen.
  • Die Strafe muss nicht sofort gezahlt, sollte jedoch schnellstmöglich erledigt werden.
  • Sie muss vor dem Tod erfüllt werden.
  • Es muss nicht in den Tashreeq-Tagen von Tashreeq (zwischen dem 10. und 12. Dhul Hijjah) geschehen, wenn man die Hadsch verrichtet.
  • Das Tieropfer muss innerhalb der Grenzen des Haram erbracht werden.
  • Das Tier muss das richtige Alter haben und frei von körperlichen Mängeln sein.
  • Gutscheine für Damm und Sadaqah können in Kiosken rund um den Haram auf die gleiche Weise wie Gutscheine für Hady erworben werden.
  • Eine andere Person die Fidyah für einen zahlen, wenn man dazu die die Zustimmung gegeben hat.
  • Das Fleisch muss Bedürftigen verteilt werden. Mann kann das Fleisch nicht selbst essen, noch sollte es an Wohlhabende verteilt werden.


Info
al-Iḥrām und seine Bedeutung
Was ist der Ihram?
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Was ist die Talbiya und wann wird sie gesprochen?
Talbiya
Info
Die richtige Zeit und der richtige Ort für den Iḥram-Zustand
Wann tritt man in den Ihram ein?
Info
Die Absicht für den Iḥrām
Wie tritt man in den Ihram ein?
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Bedingungen des Iḥrām, zulässige und verbotene Handlungen
Welche Handlungen sind im Ihram erlaubt/ verboten?

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